Interview mit Gerti Fuchs

Interview mit Gerti Fuchs 

Frage: Frau Fuchs, wie sah Ihre Kindheit aus? Was hat Sie geprägt?

 

Antwort: Ach, meine Kindheit war wirklich bunt! Mit drei Schwestern und einem Bruder auf einem Demeter-Bio-Bauernhof in Bayern – da war immer was los. Wir Kinder waren ständig draußen, haben geholfen, gelacht, gestritten und gemeinsam das Leben auf dem Land genossen. Nach der Schule habe ich mich für eine kreative Richtung entschieden und eine Ausbildung als Stoffmusterzeichnerin gemacht. Doch das Leben hatte andere Pläne: Nach dem Tod meines Vaters musste ich auf dem Hof mit anpacken – das hat mich stark gemacht und mir gezeigt, wie wichtig Familie ist.


Frage: Wie sind Sie in die Schweiz gekommen?

 

Antwort: Das war eine echte Chance! Ich wollte die Welt sehen und bin als Au-pair ins Zürcher Oberland gezogen. Dort habe ich nicht nur gearbeitet, sondern auch die Schweizer Lebensart lieben gelernt.


Frage: Sie haben Ihren Mann in der Schweiz kennengelernt. Wie ging es dann weiter?

 

Antwort:  Wir haben uns in der Schweiz kennengelernt und ziemlich schnell geheiratet. Gemeinsam haben wir ein Taxiunternehmen geführt, später eine kleine Pension eröffnet und unsere Gäste verwöhnt. Aber das war noch nicht alles: Ich habe als Chauffeur auf einem 40-Tonner Sattelschlepper ganz Europa bereist. Die Reisen in den vorderen Orient mit meinem Mann waren aufregend und haben meinen Horizont enorm erweitert.


Frage: Nach Ihrer Scheidung haben Sie sich beruflich neu erfunden. Wie kam es dazu?

 

Antwort: Das Leben ist voller Wendungen! Nach der Scheidung habe ich die Reiseleiterschule in Zürich besucht. Als Freelancerin durfte ich den Glacier Express und den Bernina Express begleiten – es war ein tolles Gefühl, Menschen aus aller Welt die Schönheit der Schweiz zu zeigen. Jeder Tag war anders, jede Reise ein kleines Abenteuer.


Frage: Sie waren auch auf Kreuzfahrten und Wanderreisen unterwegs. Was hat Ihnen daran besonders gefallen?

 

Antwort:  Viele Fluss- und Hochseekreuzfahrten, aber auch Wanderreisen durch Europa, Afrika und Asien habe ich organisiert und geleitet. Ich liebe es, unterwegs zu sein, neue Kulturen kennenzulernen und meine Begeisterung für die Natur und das Reisen mit anderen zu teilen. Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam neue Wege zu entdecken!


Frage: Was hat Sie nach Ihrer Pensionierung beschäftigt?

 

Antwort: Nach der Pensionierung bin ich nach Rorschach gezogen und habe meine Leidenschaft für die Aquarellmalerei wieder entdeckt. In Kursen bei dem kubanischen Maler Jorge Artega und Jolanda Thalmann aus St. Gallen habe ich viel gelernt und konnte mich künstlerisch richtig entfalten. Die Malerei ist für mich Entspannung und Ausdruck zugleich.


Frage: Gab es besondere Höhepunkte in Ihrer künstlerischen Laufbahn?

 

Antwort: Oh ja! Vor drei Jahren durfte ich meine Bilder im Negropont ausstellen – das war ein ganz besonderer Moment für mich. Und dieses Jahr habe ich wieder die Möglichkeit, meine neuen Werke der Öffentlichkeit zu zeigen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn andere Menschen Freude an meinen Bildern haben.

 

Dernissage am 12. März 2026 um 15.00 im Café Restaurant Negropont